Beugen Sie Motorschäden vor – mit rechtzeitiger Kompressorwartung
Der Kompressor eines Sea-Doo-Jetskis ist ein
hochsensibles Hochleistungsbauteil.
Während der Motor je nach Modell rund 8.000 U/min erreicht,
dreht der Kompressor mit etwa 45.000 U/min. Die beiden Lager,
ungefähr so groß wie bei Inline-Skates, werden dabei extrem
belastet. Obwohl sie speziell für diese Drehzahlen konstruiert
wurden, unterliegen sie starkem Verschleiß.
Um den
enormen Drehzahlunterschied zwischen Motor und Kompressor (8.000
/ 45.000 U/min) auszugleichen, ist eine Rutschkupplung verbaut.
Ohne diese Vorrichtung würde bereits nach dem ersten
Gaswegnehmen durch die Massenträgheit des Verdichterrads die
Kompressorwelle brechen. Das Antriebszahnrad ist deshalb nicht
fest mit der Welle verbunden, sondern liegt zwischen zwei
Reibscheiben und wird mit Tellerfedern so eingestellt, dass es
bei einem Drehmoment von ca. 7–12 Nm durchrutscht.
Das bedeutet:
Bei jedem Drehzahlwechsel gleitet das Zahnrad geringfügig auf
der Welle hin und her – unvermeidlich mit konstantem Verschleiß.
Genau das war lange Zeit das größte Problem bei Rotax-Motoren
mit 4-TEC-Kompressor.
2003 kam der GTX SC LDT mit 185
PS noch ohne Anlaufscheiben aus. Er drehte maximal 7.500 U/min
(entspricht ca. 38.000 U/min am Kompressor) und hatte ein
Wartungsintervall von 200 Betriebsstunden. Bereits 2004 wurde
der 215-PS-SC-Motor mit Ladeluftkühler eingeführt und die
Drehzahl auf 8.100 U/min erhöht – mit der Folge, dass das
Wartungsintervall auf 100 Stunden reduziert wurde.
Zudem
wurden ab 2004 Anlaufscheiben aus Keramik verbaut, die jedoch
häufig versagten. Von 2004–2007 kamen verschiedene
Keramikvarianten zum Einsatz, die sich nicht bewährten. Erst
2008 wurde auf Stahlscheiben mit Titannitridbeschichtung
umgestellt. Auch diese Beschichtung löste sich teilweise auf und
führte zu Ausfällen. Ab 2009 wurden schließlich gehärtete
Stahlscheiben verbaut, die dauerhaft halten. Wichtig: Auch 2009
wurden teilweise noch Motoren mit älteren Teilen
ausgeliefert.
Daher lohnt es sich,
den Kompressor überprüfen zu lassen,
wenn man nicht sicher ist, welche Bauteile verbaut sind. Die
empfohlenen Wartungsintervalle liegen – außer beim 185-PS-Motor
(200 Stunden) – bei 100 Betriebsstunden.
Zusätzlich
sollte man beachten: Jetskis ohne lückenlose Stundenhistorie
können manipulierte Betriebsstundenanzeigen haben. Deshalb
empfehle ich jedem, der nicht sicher ist, ob sein Jetski
wirklich unter 100 Betriebsstunden gelaufen ist, eine
Kompressorwartung durchführen zu lassen. Wenn der
Kompressorantrieb versagt, gelangen Metallteile in den Motor und
verursachen schwere Schäden.
Ein typisches Anzeichen für einen geschwächten Kompressor ist
ein plötzlicher Drehzahlabfall von etwa 200–300 U/min.
